ArcheMed - Ärzte für Kinder in Not

Der im Juni 2010 gegründete Verein ARCHEMED hat es sich zur Aufgabe gestellt, in erster Linie humanitäre medizinische Hilfe für Kinder zu leisten. Bislang arbeiten wir ausschließlich in Eritrea, einige bereits seit 1995. Satzungsgemäß kann der Verein durch seine nichtmedizinisch tätigen Mitglieder aber auch andere Aufgaben verfolgen, die dazu dienen, das Leben von Kindern und ihre Entwicklung zu fördern. Dies ist zum Beispiel die Versorgung mit sauberem Wasser (Brunnenprojekte), die Ermöglichung von Schulbesuchen bzw. Existenzsicherung bedrohter Familien von Witwen (Eselprojekt) oder die Verbesserung von Einrichtungen großer Waisenhäuser (Strom, sanitäre Anlagen, Küche).

Die medizinischen Projekte im Einzelnen:

1.       Chirurgische Projekte

-          Kinderherzchirurgie; bis zu 100 OPs am offenen Herzen im eigenen OP-Zentrum mit Teams aus Deutschland, der Uni Padua     und Uni Bern sowie aus Massa (Italien).

-          Kinderchirurgie, z.B. Missbildungen des Darmes bei Neugeborenen, Tumore etc.

-          Kinderorthopädie, Fehlbildungen und Unfallfolgen.

-          Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Verbrennungschirurgie

-          Kinderurologie durch unser Team aus Österreich (Linz).

-          Neurochirurgie bei Kindern mit Wasserköpfen und offenem Rücken.

-          Klumpfußprojekt mit konservativer Gipstherapie nach Ponsetti.

-          Augenchirurgie für extrem schielende Kinder.

2.       Pädiatrische Projekte

-          Neonatologie (Neugeborenen-Intensivmedizin) in der Hauptstadt Asmara; die von uns betreute Station versorgt 1.350 Kinder pro Jahr. Über 80% überleben jetzt, früher starben 90% der Frühchen.

-          Kinder-Intensivstation in der großen Kinderklinik der Hauptstadt

-          Pädiatrie und Neonatologie sowie Geburtshilfe in den Provinzkliniken Keren, Mendefera, Barentu und Ghinda.

-          Diabetes-Projekt.

-          Kinder-Onkologie; geplant ist ein Kinderkrebsregister für das gesamte Land

3.       Geburtshilfliche Projekte in den Provinzkliniken Keren, Barentu und Mendefera im Sinne der Perinatologie, d.h. der sehr engen Kooperation von Geburtshelfern und Kinderärzten.

4.       Facharztausbildung der angehenden Kinderärzte. Jeden Monat entsenden wir einen Dozenten für zwei Wochen der vormittags Vorlesungen hält und nachmittags bedside-teaching durchführt.

5.       Im Entstehen sind

-          Satelliten gestützte Tele-Medizin als Pilotprojekt mit SES-Astra und der Regierung Luxemburgs. Lehre von der Charité via Satellit im Hörsaal in Asmara. Kommunikation der Ärzte in peripheren Kliniken mit ihren deutschen Partnern.

-          Workshops zur Behandlung psychisch kranker und behinderter Kinder z.B. mit Autismus.

6.       Infrastrukturprojekte

-          Großes Bauprojekt zur Erstellung eines neuen Perinatalzentrums in Keren.      Einzugsgebiet von über 1 Mio. Menschen. Baustart am 5. Dezember 2013 erfolgt. Gesamtfläche 1.500m², Finanzvolumen für ARCHEMED 650.000 €. Es entstehen knapp 50 Betten für Schwangere und Entbindende, Kreißsaal, Kaiserschnitt-OP und eine Intensivstation für Neugeborene mit knapp 30 Betten. Parallel zum Bau der Klinik und der kompletten medizinischen Ausstattung des Hauses erfolgt auch die Ausbildung der einheimischen Fachkräfte.

-          Renovierung des großen OP-Zentrums für Kinder in der Hauptstadt Asmara mit neuer Photovoltaikanlage auf dem Dach und Notstromanlage.

-          Renovierung der großen Kinderklinik Asmaras ab dem Herbst 2015

7.       Soziale Projekte

-      Betreuung des Waisenhauses Godaif in der Hauptstadt, neue Küche, neuer Innenanstrich

       Neue sanitäre Einrichtungen, neue Industriewaschmaschine, neue Elektroverteilung.

-          Eselprojekt; Witwen oder arme Familien bekommen Esel zur Verfügung gestellt um ein kleines Einkommen zu erwirtschaften bzw. um die Mädchen zur Schule zu schicken statt sie Wasserkanister schleppen zu lassen. Das übernimmt der Esel.

ARCHEMED arbeitet ehrenamtlich. Wir haben keine Angestellten. Das macht viel Arbeit (und Freude), sichert aber damit dem Spender die Verwendung seines Geldes im Projekt. Wir kooperieren freundschaftlich und eng mit den wenigen anderen NGOs die in diesem vergessenen Land arbeiten, aber auch mit BMZ, AA, der EU, dem FC-Bundestag (mehrere Abgeordnete haben uns bereits nach Eritrea begleitet), mit Stiftungen, vielen deutschen Kliniken, vor allem Europas größter Uni-Klinik, der Charité in Berlin, mit BILD Hilft (s. Film der ZDF-Gala auf unserer Homepage www.archemed.org ) und Firmen wie der Warsteiner Brauerei, der Firma Knauf und der Frankfurter Bankgesellschaft. Im Dezember 2014 empfing Entwicklungshilfe-Minister Dr. Müller im Bundestag Vorstandsmitglieder von ARCHEMED zum Gespräch über die Projekte in Eritrea. Im Juni 2015 fanden Gespräche im Auswärtigen Amt in Berlin über Humanitäre Hilfe in Eritrea statt. Senta Berger unterstützt unsere Arbeit seit 4 Jahren als Botschafterin von ARCHEMED.

Unsere Kollegen, und das zeichnet uns denke ich besonders aus, kooperieren über viele Jahre mit ihren eritreischen Kollegen, sodass echte Partnerschaft auf Augenhöhe entsteht. Und wir haben viele exzellente Köpfe darunter, sehr viele Professoren, pensionierte Chef- und Oberärzte. Die Dekanin der Charité unterstützt uns, der Direktor der Uniklinik Bonn, Prof. Holzgreve, leitet das Geburtshilfeprojekt Keren, der pensionierte Chef des deutschen Kinderherzzentrums, Dr. Andreas Urban, der pensionierte Chef der Handchirurgie der orthopädischen Uniklinik Heidelberg, Prof. Abdul Martini usw. Wir arbeiten daran, die Gesundheit für die Kinder Eritreas zu verbessern. Vielleicht gelingt auch mehr. Nicht jeder Mensch hat das Glück in einem so reichen Land wie unserem geboren zu werden. Dieses unverdiente Glück ist meinen Kollegen und mir Verpflichtung zu handeln.

 

Dr. med Peter Schwidtal, Vorsitzender von ARCHEMED im Juni 2015

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ArcheMed e.V.